Schnitt und Nachbearbeitung

Sind alle benötigten Aufnahmen abgedreht, muss der Film geschnitten werden. Natürlich gibt es für den Schnitt auch Regeln bzw. Konventionen, die sich entwickelt haben, mit deren (unbewußter) Kenntnis wir Filme wahrnehmen und sie dadurch erschließen. Einen kurzen Überblick dazu finden Sie hier.

Der Schnitt des Films kann an handelsüblichen Laptops erfolgen. Die wichtigsten Kriterien für die Auswahl des Equipments sind die Zuverlässigkeit von Hard- und Software während der gesamten Kette der Produktion bis hin zum Exportieren des fertigen Films. Ein weiteres Kriterium ist, dass die Software einfach zu verstehen ist, aber im besten Falle dennoch umfangreiche Tools für Bildbearbeitung, Überblendungen, Titel und Tonbearbeitung bereitstellt. Eine Empfehlung kann an dieser Stelle (aus Gründen der verdeckten Werbung) nicht gemacht werden, aber das Team hat in seiner langen Projektpraxis Präferenzen für eine technische Ausstattung. Wer dazu näheres erfahren möchte, kann uns gern kontaktieren.

Es gibt inzwischen auch für mobile Endgeräte und Tablets umfangreiche Software zur Verarbeitung von Filmen. Auch diese können sinnvoll in der Projektarbeit verwendet werden.

Die Arbeiten am Schnitt stellen eine besondere Herausforderung dar. Einerseits sind die meisten Schüler:innen sehr daran interessiert, ihren Film zu bearbeiten und dabei zu lernen, wie es funktioniert. Andererseits handelt es sich bei Schnittprogrammen um komplexe Anwendungen, die nicht sofort intuitiv zu verstehen sind. Das bedeutet, dass hier viel Anleitung und Geduld nötig ist. Oft reicht die Zeit nicht aus, um allen interessierten Schüler:innen die Möglichkeit zu geben, am Schnittrechner zu arbeiten. Beim Schnitt sollten dennoch die meisten Arbeiten nach Möglichkeit von den Schüler:innen gemacht werden. Eine weitere Besonderheit dabei ist, dass den Schnittrechner nur eine Person bedienen kann. Dadurch hat der Rest der Gruppe keine aktive Beschäftigung. Es ist wichtig deutlich zu machen, dass die Beschäftigung mit dem Schnitt, also das Ansehen, Bewerten und Festlegen von Einstellungen eine ebenso wichtige Arbeit ist, wie die Bedienung des Laptops. Dabei sind die Meinungen aller am Film beteiligten von Bedeutung. Es kann auch vorkommen, dass die Lehrkräfte selbst das Schnittprogramm  bedienen und die Ideen der Schüler:innen umsetzen. Dann ist es wichtig, den Film nicht mit eigenen Vorstellungen und technischer Perfektion zu überformen,  damit die Identifikation der Schüler:innen mit dem fertigen Produkt nicht verloren geht.

Zu Beginn des Schnitts muss den Schüler:innen die Software erklärt werden. Im Verlauf der Produktion ist u.U. Hilfestellung nötig. 

Zunächst wird ein sogenannter „Rohschnitt“ angefertigt. Das meint die Auswahl und Aneinanderreihung der besten Varianten der gedrehten Einstellungen und der Reihenfolge der im Drehbuch vorgesehenen Dramaturgie. Hierbei lässt sich feststellen, ob die geplante Schnittfolge bei Zuschauer den gewünschte Effekt hat. Es kommt oft vor, dass der gewünschte Effekt nicht erreicht wird. Diese Erfahrung ist für die Schüler:innen im Prozess der Produktion sehr bedeutsam. Wichtig ist, diese Erfahrung zu diskutieren, klar zu machen, dass das während Produktionen häufig vorkommt. Und natürlich sollte ein Weg zur Lösung aufgezeigt werden. An der Diskussion lässt sich am praktischen Beispiel erfahren, wie und warum Film funktioniert.

Der nächste Schritt ist der „Feinschnitt“. Dabei werden die Einstellungen so gekürzt, dass eine Kontinuität entsteht. Das bedeutet, dass der Ablauf der Geschichte in den einzelnen Einstellungen nachvollziehbar ist. Dazu müssen die Einstellungen gekürzt und auf Anschluss getrimmt werden. 

Auf den Feinschnitt folgt der Tonschnitt und das Hinzufügen von zusätzlichen Atmosphärentönen und Musik. Beim Tonschnitt ist neben dem Anlegen der korrekten Tonspur besonders auf die Anpassung der Lautstärke zu achten. Außerdem wird über das Anlegen von Atmosphärentönen die Kontinuität der Szene hergestellt. Dabei kann man den Schüler:innen deutlich machen, dass die zu unterschiedlicher Zeit gedrehten Einstellungen im Film so aussehen, als ob sie gerade eben und kontinuierlich ablaufen. Das ist ein wichtiger (medienpädagogischer) Punkt, der die Wirkmechanismen von Filmen und Videos deutlich macht.

Nach dem Tonschnitt werden die Überblendungen, Bildeffekte (wenn nötig) und Titel und Abspann hinzugefügt. Der fertige Film wird zur endgültigen von allen Gruppenmitgliedern angesehen, letzte Änderungen gemacht und dann in ein präsentierbaren Format als AVI-, MP4- oder MOV-Datei exportiert.