Idee des Projektes

„Die Globalisierung ist kein Naturereignis. Sie ist von Menschen gewollt und gemacht. Darum können Menschen sie auch verändern, gestalten und in gute Bahnen lenken“ (Zitat Johannes Rau)

Was ist Globalisierung? In welchem Zusammenhang stehen unsere Lebensgewohnheiten mit anderen Teilen der Welt? Welchen Einfluss hat jeder Einzelne? Was können wir entdecken, wenn wir uns anderen Ländern und Kulturen nähern? Welche Rolle spielen Medien bei der Entwicklung unseres Weltbildes? Wie können wir an der öffentlichen Diskussion teilnehmen? Was können wir tun, um eine nachhaltige Zukunft für die Eine Welt zu gestalten? 

Das sind zentrale Fragen im Projekt BlickpunktWelt – Globales Lernen und Medienkomptenz. 

Warum die Kombination der beiden Schwerpunkte in einem Projekt?

Bevor es um aktive Gestaltung geht, ist zunächst die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten von Globalisierung notwendig. Die anstehenden Herausforderungen sind zu betrachten, ohne dass es bereits eindeutige Lösungsansätze dafür gibt.  Eine Vielzahl von Informationen und deren komplexe Zusammenhänge müssen einbezogen werden, um ein sachliches Verständnis das aktuelle Weltgeschehen zu entwicklen. Erst dann kann die Dimension von Globalität und deren Gestaltungsmöglichkeit erkannt werden und auch das Bedürfnis entstehen, sich handelnd einzumischen. 

Die für eine aktive Teilhabe am öffentlichen Meinungsbildungsprozess notwendige Informationsbeschaffung ist ohne einen zielgerichteten und kritischen Umgang mit Medien, ohne Medienkompetenz nicht möglich. Unser „Weltbild“ setzt sich aus Informationen zusammen, die uns aus Zeitungen, Büchern, dem Radio, dem Fernsehen und hauptsächlich aus dem Internet erreichen. Dementsprechend ist ein Großteil unseres „Weltwissens“ ein medial übermitteltes und somit gefiltertes oder bereits bewertetes Wissen. Ohne die Funktionsweisen von Medien zu kennen, besteht die Gefahr, dass ein verzerrtes Bild entsteht oder sich Vorurteile manifestieren. Erschwerend kommt hinzu, dass sich einerseits die Informationsdichte durch das Internet vervielfacht hat, nahezu jede Information ist weltweit verfügbar. Andererseits werden Informationen z.B. in sozialen Medien immer kürzer und in schneller Folge übermittelt. Dazu kommen die im Hintergrund unsichtbar arbeitende Algorithmen, die nur noch bestimmte und zielgerichtete Informationen an die Nutzer weiterreichen. 

Mit dem Konzept zum Projekt BlickpunktWelt haben wir einen Ansatz gefunden, Kinder und Jugendliche für Themen rund um die Globalisierung zu interessieren und sie darüber hinaus durch die Produktion eigener Filme und Radiobeiträge in eine aktive Auseinandersetzung zu bringen. In der medienpädagogischen Arbeit geht es weit über die Vermittlung technischer Kenntnisse zu den verschiedenen Kommunikationsmitteln hinaus. Im Fokus steht die Herausbildung von Fähigkeiten, die Eignung und den Wert von Informationen und ihren Quellen zu erkennen, die relevanten Informationen konstruktiv in den eigenen Wertekanon einzubinden und in produktiver Art und Weise aktiv an der medialen Kommunikation teilzunehmen. 

Ganz konkret heißt das eine Woche Filmproduktion zu entwicklungspolitisch relevanten Fragestellungen. Im Projekt BlickpunktWelt ist der Kerngedanke, die Schüler durch die weitestgehend selbständige Medienproduktion in eine Auseinandersetzung mit entwicklungspolitischen Fragestellungen zu bringen. Sie können nur dann ein Drehbuch schreiben bzw. ein Storyboard entwickeln, wenn eine Durchdringung des Themas auf inhaltlicher und verständnisintensiver Ebene erfolgt ist. Der Prozess des Fragens und Suchens von Antworten ist nicht mit Fertigstellung des Medienbeitrages abgeschlossen. Die Schüler haben durch die Medienproduktion Wissen mit Erfahrung verbunden, was wiederum die Basis für weitere Auseinandersetzung und damit Kompetenzbildung im Hinblick auf Partizipation und Mitgestaltung darstellt. 

Blickpunkt Welt sieht sich als Impulsgeber für wichtige Fragestellungen im entwicklungspolitischen Kontext, sowohl bei Schülern als auch bei den Eltern, die das Projekt miterleben.